Bis wann die Steuererklärung beim Finanzamt sein muss
Wer eine Steuererklärung abgeben muss, hat dafür sieben Monate nach Ende des Jahres Zeit, also bis zum 31. Juli. Haben Sie einen Steuerberater, einen Lohnsteuerhilfeverein oder eine andere befugte Person beauftragt, verlängert sich die Frist. Die Erklärung muss dann bis zum letzten Tag im Februar des übernächsten Jahres beim Finanzamt sein.
Fällt das Ende einer Frist auf einen Samstag, Sonntag oder Feiertag, endet sie am nächsten Werktag. Deshalb verschiebt sich die Frist für 2025 vom 28. Februar 2027 auf Montag, den 1. März 2027.
Welche Fristen für 2024, 2025 und 2026 gelten
Nach der Corona-Zeit galten für einige Jahre längere Fristen. Für das Jahr 2024 lief die Frist mit Steuerberater noch bis zum 30. April 2026. Ab dem Jahr 2025 gilt wieder die normale Regel. Die Erklärung 2025 muss mit Berater bis 1. März 2027 beim Finanzamt sein, die Erklärung 2026 bis 29. Februar 2028. Ohne Berater gilt für 2026 der 2. August 2027, weil der 31. Juli 2027 ein Samstag ist.
| Steuerjahr | Ohne Steuerberater | Mit Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein |
|---|---|---|
| 2024 | 31. Juli 2025 | 30. April 2026 |
| 2025 | 31. Juli 2026 | 1. März 2027 |
| 2026 | 2. August 2027 | 29. Februar 2028 |
Die längeren Fristen gelten auch für die Erklärungen Ihrer Firma, etwa Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer für das ganze Jahr. Land- und Forstwirte mit abweichendem Wirtschaftsjahr haben mit Berater bis zum 31. Juli des übernächsten Jahres Zeit.
Wann das Finanzamt die Erklärung früher verlangen darf
Das Finanzamt kann Ihre Erklärung auch bei Beratung früher anfordern. Es muss Ihnen dann mindestens vier Monate Zeit geben. Das geschieht vor allem in diesen Fällen:
- Ihre Erklärung für das Vorjahr kam nicht oder zu spät.
- Sie mussten im Vorjahr eine hohe Nachzahlung leisten, mehr als 10.000 Euro oder mindestens ein Viertel der Steuer.
- Für Sie wird eine Nachzahlung von mehr als 10.000 Euro erwartet.
- Sie haben einen Betrieb eröffnet oder geschlossen.
- Bei Ihnen ist eine Betriebsprüfung geplant.
Außerdem darf das Finanzamt per Zufallsauswahl einzelne Erklärungen früher anfordern. Die Aufforderung muss dann sagen, dass sie auf dem Zufall beruht.
Was ein Verspätungszuschlag bei der Steuererklärung kostet
Geben Sie die Erklärung zu spät ab, kann das Finanzamt einen Verspätungszuschlag festsetzen. Er beträgt für jeden angefangenen Monat 0,25 Prozent der Steuer, die nach Abzug von Vorauszahlungen und Lohnsteuer noch offen ist, mindestens 25 Euro. Höchstens sind es 25.000 Euro.
Ein Beispiel: Bleiben nach Abzug der Lohnsteuer 4.000 Euro Steuer offen und ist die Erklärung drei Monate zu spät, wären 0,25 Prozent nur 10 Euro im Monat. Es gilt deshalb der Mindestbetrag von 25 Euro je Monat, zusammen 75 Euro.
Kommt die Erklärung mehr als 14 Monate nach Ende des Steuerjahres, muss das Finanzamt den Zuschlag festsetzen. Das ist bei Beratung genau das Ende der Frist im Februar. Diese Pflicht entfällt, wenn das Finanzamt die Frist verlängert hat oder wenn Sie eine Erstattung bekommen oder nichts nachzahlen müssen.
Wie Sie die Frist mit Ihrem Steuerberater sicher einhalten
- Geben Sie Ihre Unterlagen früh im Jahr ab, nicht erst kurz vor Fristende.
- Fragen Sie, bis wann die Kanzlei Ihre Unterlagen braucht, und tragen Sie das Datum in Ihren Kalender ein.
- Legen Sie Nachweise, die noch fehlen, sobald Sie sie haben, nachträglich vor.
- Brauchen Sie mehr Zeit, muss es einen Grund geben. Nach Ende Februar verlängert das Finanzamt bei Beratung nur noch, wenn Sie ohne eigenes Verschulden verhindert waren.
Geben Sie freiwillig ab, etwa um Geld zurückzubekommen, gelten diese Fristen nicht. Dann haben Sie vier Jahre Zeit, die Erklärung für 2025 also bis Ende 2029. Wie Sie einen Berater finden, der Fristen zuverlässig einhält, steht im Ratgeber Steuerberater finden.
Häufige Fragen
Bis wann muss die Steuererklärung 2025 mit Steuerberater abgegeben werden?
Die Steuererklärung 2025 muss mit Steuerberater bis zum 1. März 2027 beim Finanzamt sein. Eigentlich gilt der letzte Tag im Februar, der 28. Februar 2027 ist aber ein Sonntag. Das Finanzamt kann die Erklärung in bestimmten Fällen früher anfordern.
Bis wann muss die Steuererklärung ohne Steuerberater abgegeben werden?
Ohne Steuerberater muss die Steuererklärung bis zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt sein. Für das Jahr 2025 war das der 31. Juli 2026, für 2026 ist es der 2. August 2027.
Wie hoch ist der Verspätungszuschlag bei der Steuererklärung?
Der Verspätungszuschlag beträgt 0,25 Prozent der offenen Steuer je angefangenen Monat, mindestens 25 Euro im Monat und höchstens 25.000 Euro. Bekommen Sie eine Erstattung, muss das Finanzamt keinen Zuschlag festsetzen.
Gilt die längere Abgabefrist auch beim Lohnsteuerhilfeverein?
Ja, die längere Abgabefrist gilt auch, wenn ein Lohnsteuerhilfeverein Ihre Erklärung macht. Dann haben Sie bis zum letzten Tag im Februar des übernächsten Jahres Zeit.
Bis wann kann ich eine freiwillige Steuererklärung abgeben?
Eine freiwillige Steuererklärung können Sie bis zu vier Jahre nach Ende des Steuerjahres abgeben. Für das Jahr 2025 haben Sie also bis Ende 2029 Zeit.
