Wirtschaftsprüfer

Ratgeber

Was kostet der Jahresabschluss beim Steuerberater?

Veröffentlicht am

Der Jahresabschluss beim Steuerberater kostet für eine kleine GmbH mit 500.000 Euro Mittelwert aus Bilanzsumme und Leistung 832 bis 3.328 Euro. Eine Einnahmenüberschussrechnung bei 80.000 Euro Einnahmen kostet 176,50 bis 1.059 Euro. Alle Beträge sind ohne Umsatzsteuer. Inventur und Vorarbeiten rechnet der Steuerberater nach Zeit ab.

EÜR bei 80.000 Euro Einnahmen
176,50 bis 1.059 Euro
Steuerberatervergütungsverordnung, § 25 und Tabelle B, Stand 2. Oktober 2026
Bilanz bei 500.000 Euro Mittelwert
832 bis 3.328 Euro
Steuerberatervergütungsverordnung, § 35 und Tabelle B, Stand 2. Oktober 2026
Anhang zur Bilanz, zusätzlich
166,40 bis 998,40 Euro
Steuerberatervergütungsverordnung, § 35 und Tabelle B, Stand 2. Oktober 2026
Ordner mit farbigen Reitern, eine ausgedruckte Bilanz und ein Taschenrechner auf einem Bürotisch.
Für Bilanz oder Einnahmenüberschussrechnung berechnet der Steuerberater eine eigene Gebühr. Bild: KI generiert.

Was Bilanz und EÜR beim Steuerberater kosten

Am Ende jedes Jahres rechnet Ihre Firma ab, wie viel Gewinn sie gemacht hat. Kleine Betriebe und Freiberufler tun das mit einer Einnahmenüberschussrechnung, kurz EÜR. Dabei ziehen sie die Ausgaben von den Einnahmen ab. Eine GmbH und größere Kaufleute stellen einen Jahresabschluss auf, also eine Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung.

Für beides steht in der Gebührenordnung der Steuerberater ein eigener Rahmen. Die Gebühr hängt von einer Größe Ihres Betriebs ab, und die volle Gebühr dazu steht in der Abschlusstabelle. Die Steuererklärungen für Ihre Firma berechnet der Steuerberater zusätzlich.

Wer eine EÜR machen darf und wer bilanzieren muss

Eine GmbH, eine UG und eine GmbH & Co. KG müssen immer bilanzieren. Freiberufler wie Ärztinnen, Architekten oder Übersetzer dürfen dagegen immer eine EÜR machen. Für Einzelunternehmer im Handel und Handwerk kommt es auf die Größe an.

Ein Einzelkaufmann muss erst bilanzieren, wenn er an zwei Bilanzstichtagen hintereinander mehr als 800.000 Euro Umsatz oder mehr als 80.000 Euro Gewinn hatte. Das Finanzamt kann einen Gewerbebetrieb ab denselben Grenzen zur Buchführung auffordern. Die Pflicht beginnt dann mit dem Geschäftsjahr nach dem Schreiben des Finanzamts.

Was eine Einnahmenüberschussrechnung beim Steuerberater kostet

Für die EÜR nimmt der Steuerberater den höheren Betrag aus Ihren Einnahmen und Ihren Ausgaben, mindestens aber 17.500 Euro. Dazu liest er in der Abschlusstabelle die volle Gebühr ab und berechnet 5 bis 30 Zehntel davon.

Bei Einnahmen bis 17.500 Euro kostet die EÜR damit 83,00 Euro bis 498,00 Euro. Bei 87.500 Euro sind es 176,50 Euro bis 1.059,00 Euro, bei 250.000 Euro 306,50 Euro bis 1.839,00 Euro.

Gebühr für die Einnahmenüberschussrechnung nach der Abschlusstabelle, ohne Umsatzsteuer.
Einnahmen oder Ausgaben bisVolle GebührMindestens (5 Zehntel)Höchstens (30 Zehntel)
17.500 Euro166 Euro83,00 Euro498,00 Euro
50.000 Euro263 Euro131,50 Euro789,00 Euro
87.500 Euro353 Euro176,50 Euro1.059,00 Euro
150.000 Euro471 Euro235,50 Euro1.413,00 Euro
250.000 Euro613 Euro306,50 Euro1.839,00 Euro

Ein Beispiel: Eine Grafikdesignerin nimmt 80.000 Euro ein und gibt 30.000 Euro aus. Ihr Steuerberater rechnet mit den 80.000 Euro. In der Mitte des Rahmens, bei 17,5 Zehnteln, kostet die EÜR 617,75 Euro. Hat sie mehrere Betriebe, gibt es für jede getrennte Rechnung eine eigene Gebühr.

Was eine Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung kostet

Für die Bilanz bildet der Steuerberater das Mittel aus zwei Zahlen. Die erste ist die Bilanzsumme, bereinigt um Entnahmen und Einlagen der Inhaber. Die zweite ist die Jahresleistung, also vor allem Ihr Umsatz und Ihre sonstigen Erträge. Ist die Jahresleistung mehr als fünfmal so hoch wie die Bilanzsumme, zählt nur das Fünffache.

Aus diesem Mittelwert ergibt sich die volle Gebühr, und für die Bilanz darf der Steuerberater 10 bis 40 Zehntel davon berechnen. Bei einem Mittelwert bis 250.000 Euro sind das 613,00 Euro bis 2.452,00 Euro. Bei 500.000 Euro kostet die Bilanz 832,00 Euro bis 3.328,00 Euro, bei 1.500.000 Euro 1.324,00 Euro bis 5.296,00 Euro.

Gebühr für Bilanz mit Gewinn- und Verlustrechnung nach der Abschlusstabelle, ohne Anhang und ohne Umsatzsteuer.
Mittelwert bisVolle GebührMindestens (10 Zehntel)Höchstens (40 Zehntel)
250.000 Euro613 Euro613,00 Euro2.452,00 Euro
500.000 Euro832 Euro832,00 Euro3.328,00 Euro
1.000.000 Euro1.126 Euro1.126,00 Euro4.504,00 Euro
1.500.000 Euro1.324 Euro1.324,00 Euro5.296,00 Euro

Ein Beispiel: Eine GmbH hat 300.000 Euro Bilanzsumme und 700.000 Euro Jahresleistung. Der Mittelwert liegt bei 500.000 Euro. Die Bilanz kostet in der Mitte des Rahmens, bei 25 Zehnteln, 2.080 Euro. Für den Anhang, den eine GmbH zusätzlich braucht, kommen 166,40 bis 998,40 Euro dazu.

Welche Arbeiten der Steuerberater zusätzlich berechnet

  • Inventur und Vorarbeiten bis zur abgestimmten Saldenliste rechnet der Steuerberater nach Zeit ab, mit 66 bis 164 Euro je Stunde.
  • Leitet er aus der Bilanz das steuerliche Ergebnis ab, kostet das 2 bis 10 Zehntel der vollen Gebühr.
  • Einen schriftlichen Bericht zum Abschluss berechnet er mit 2 bis 12 Zehnteln.
  • Die Steuererklärungen der Firma, etwa für Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer, haben eigene Gebühren.

Die laufende Buchhaltung über das Jahr ist ebenfalls nicht enthalten. Was sie im Monat kostet, steht im Ratgeber zu den Kosten für Buchhaltung und Lohnabrechnung.

Häufige Fragen

Was kostet eine EÜR beim Steuerberater?

Eine Einnahmenüberschussrechnung kostet beim Steuerberater 5 bis 30 Zehntel der vollen Gebühr aus der Abschlusstabelle. Bei Einnahmen bis 87.500 Euro sind das 176,50 bis 1.059 Euro, ohne Umsatzsteuer. Gerechnet wird mindestens mit 17.500 Euro.

Was kostet die Bilanz einer kleinen GmbH beim Steuerberater?

Die Bilanz einer kleinen GmbH kostet bei einem Mittelwert aus Bilanzsumme und Jahresleistung von 500.000 Euro 832 bis 3.328 Euro. Für den Anhang kommen 166,40 bis 998,40 Euro dazu. Die Steuererklärungen der GmbH berechnet der Steuerberater gesondert.

Ab wann muss ein Einzelunternehmer eine Bilanz statt einer EÜR machen?

Ein Einzelunternehmer muss bilanzieren, wenn er mehr als 800.000 Euro Umsatz oder mehr als 80.000 Euro Gewinn im Jahr hat. Für Kaufleute zählen zwei Jahre hintereinander, beim Finanzamt beginnt die Pflicht nach dessen Schreiben. Freiberufler dürfen immer eine EÜR machen.

Ist die Inventur im Preis für den Jahresabschluss enthalten?

Nein, die Inventur ist nicht im Preis für den Jahresabschluss enthalten. Inventurunterlagen und andere Vorarbeiten bis zur abgestimmten Saldenliste berechnet der Steuerberater nach Zeit, mit 66 bis 164 Euro je Stunde.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Steuerberatervergütungsverordnung, § 35 Abschlussarbeiten, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  2. Steuerberatervergütungsverordnung, § 25 Ermittlung des Überschusses der Betriebseinnahmen über die Betriebsausgaben, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  3. Steuerberatervergütungsverordnung, Anlage 2, Tabelle B (Abschlusstabelle), Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  4. Steuerberatervergütungsverordnung, § 13 Zeitgebühr, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  5. Handelsgesetzbuch, § 241a Befreiung von der Buchführungspflicht, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  6. Abgabenordnung, § 141 Buchführungspflicht bestimmter Steuerpflichtiger, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,

Einsatz von Sprachmodellen

Die wiederkehrenden Sätze auf den Orts- und Büroseiten hat ein Sprachmodell formuliert. Ein Sprachmodell hat auch die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben und Quellen dazu gesucht, die Zahlen darin stammen aus den genannten Quellen. Die Bilder hat ein Bildmodell erzeugt. Name, Adresse und Kontaktdaten der Steuerbüros übernimmt dagegen ein festes Programm unverändert aus OpenStreetMap.

Korrekturweg

Eine falsche Adresse, ein geschlossenes Büro oder einen Namen aus einer anderen Branche melden Sie über das Kontaktformular. Wir gleichen die Meldung mit der Quelle ab und korrigieren belegte Fehler auf der betroffenen Seite.

Stand dieser Angaben: 3. Oktober 2026.