Was ein Wirtschaftsprüfer macht
Die Hauptaufgabe eines Wirtschaftsprüfers ist die Prüfung. Er schaut sich den Jahresabschluss einer Firma an, also Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Anhang. Danach erteilt er einen Bestätigungsvermerk, kurz Testat. Darin steht, ob der Abschluss den Vorschriften entspricht und ein zutreffendes Bild der Firma zeichnet.
- Er prüft Jahresabschlüsse und Konzernabschlüsse und erteilt Bestätigungsvermerke.
- Er berät und vertritt Sie in Steuerfragen, genau wie ein Steuerberater.
- Er tritt als Sachverständiger auf, etwa wenn eine Firma bewertet werden muss.
- Er berät in wirtschaftlichen Fragen, etwa bei einem Kauf oder einer Sanierung.
- Er verwaltet als Treuhänder fremdes Vermögen.
Wer sich Wirtschaftsprüfer nennen darf
Wirtschaftsprüfer wird man nur durch eine öffentliche Bestellung. Davor stehen eine Zulassung und ein staatliches Examen, in dem die fachliche und persönliche Eignung geprüft wird. Der Beruf ist ein freier Beruf und kein Gewerbe.
Die Bezeichnung Wirtschaftsprüfer ist geschützt. Wer sie ohne Bestellung führt, macht sich strafbar. Endet die Bestellung, darf auch der Titel nicht mehr geführt werden, nicht einmal mit einem Zusatz wie früher. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft braucht eine Anerkennung und muss von Wirtschaftsprüfern geleitet werden.
Ob jemand bestellt ist, zeigt das Berufsregister der Wirtschaftsprüferkammer. Ein Wort wie Wirtschaftsprüfung im Namen einer Kanzlei beweist das nicht.
Wann Ihre Firma einen Wirtschaftsprüfer braucht
Den häufigsten Anlass setzt das Gesetz. Eine GmbH, UG oder AG und eine GmbH & Co. KG müssen ihren Jahresabschluss prüfen lassen, wenn sie zwei Jahre hintereinander zwei von drei Grenzen überschreiten. Die Grenzen liegen bei 7,5 Millionen Euro Bilanzsumme, 15 Millionen Euro Umsatz und 50 Beschäftigten. Ob das für Ihre Firma gilt, rechnet der Prüfungspflicht-Rechner aus.
Dazu kommen Anlässe unabhängig von der Größe. Bauträger lassen jedes Jahr prüfen, wie sie mit dem Geld ihrer Käufer umgehen. Bei einer Verschmelzung oder einer Kapitalerhöhung der AG mit Sacheinlagen prüft ein Prüfer den Vorgang. Die Einzelheiten stehen im Ratgeber Wann Sie außer dem Jahresabschluss einen Prüfer brauchen.
Freiwillig beauftragen Firmen einen Wirtschaftsprüfer, wenn eine Bank, ein Investor oder ein Käufer ein Testat sehen will. Ein weiterer Anlass ist die Bewertung einer Firma vor einem Verkauf, einer Erbschaft oder einer Scheidung.
Welche Pflichten ein Wirtschaftsprüfer hat
Ein Wirtschaftsprüfer muss unabhängig, gewissenhaft, verschwiegen und eigenverantwortlich arbeiten. Bei Prüfungsberichten und Gutachten muss er unparteiisch sein. Während einer Prüfung muss er kritisch bleiben, Angaben hinterfragen und auch mit Betrug rechnen.
Für eine Prüfung muss er genug Zeit und Personal einsetzen. Prüft er Jahresabschlüsse, kontrolliert die Wirtschaftsprüferkammer seine Kanzlei mindestens alle 6 Jahre. Er muss mit mindestens 1 Million Euro je Schadensfall versichert sein.
Ein Wirtschaftsprüfer darf nicht prüfen, was er selbst erstellt hat. Hat er Ihre Buchhaltung geführt oder Ihren Abschluss aufgestellt, ist er als Prüfer ausgeschlossen.
Wie Sie einen Wirtschaftsprüfer auswählen
- Klären Sie, wofür Sie den Prüfer brauchen: Pflichtprüfung, freiwillige Prüfung, Bewertung oder Steuerberatung.
- Prüfen Sie im Berufsregister der Wirtschaftsprüferkammer, ob die Person oder Gesellschaft bestellt ist.
- Fragen Sie, ob die Kanzlei an Ihrer Buchhaltung oder Ihrem Abschluss mitgearbeitet hat.
- Holen Sie zwei oder drei Angebote mit geplanten Stunden und Stundensätzen ein.
- Lassen Sie den Prüfer von den Gesellschaftern wählen, bevor das Geschäftsjahr endet.
Für Wirtschaftsprüfer gibt es keine Gebührenordnung. Wie Sie Angebote vergleichen, steht im Ratgeber Was kostet ein Wirtschaftsprüfer. Was er im Unterschied zum Steuerberater darf, erklärt der Vergleich Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater.
Häufige Fragen
Was macht ein Wirtschaftsprüfer genau?
Ein Wirtschaftsprüfer prüft vor allem Jahresabschlüsse und bestätigt das Ergebnis mit einem Bestätigungsvermerk. Daneben berät er in Steuer- und Wirtschaftsfragen, tritt als Sachverständiger auf und verwaltet als Treuhänder Vermögen.
Wann braucht eine GmbH einen Wirtschaftsprüfer?
Eine GmbH braucht einen Wirtschaftsprüfer, wenn sie zwei Jahre hintereinander zwei von drei Grenzen überschreitet: 7,5 Millionen Euro Bilanzsumme, 15 Millionen Euro Umsatz oder 50 Beschäftigte. Freiwillig beauftragt sie einen, wenn eine Bank oder ein Investor ein Testat verlangt.
Wie wird man Wirtschaftsprüfer?
Wirtschaftsprüfer wird man durch eine öffentliche Bestellung nach Zulassung und bestandenem staatlichem Examen. Dabei werden fachliche und persönliche Eignung geprüft. Die Wirtschaftsprüferkammer führt alle Bestellten in ihrem Berufsregister.
Darf sich jeder Wirtschaftsprüfer nennen?
Nein, Wirtschaftsprüfer darf sich nur nennen, wer öffentlich bestellt ist. Wer den Titel ohne Bestellung führt, macht sich strafbar. Ob jemand bestellt ist, zeigt das Berufsregister der Wirtschaftsprüferkammer.
Wie viele Wirtschaftsprüfer gibt es in Deutschland?
In Deutschland gab es am 1. Juli 2026 15.246 Wirtschaftsprüfer und 3.076 Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Das zählt die Wirtschaftsprüferkammer in ihrer Mitgliederstatistik.
